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Projektanfrage

Mach’s von Anfang an richtig: die 5 größten Fehler bei der Beschaffung digitaler Tools und Agenturen – und wie du sie mit 7 Fragen & 5 Tests vermeidest

Datum: 03. Juni 2025

Categorie: accessibility

Autor: Lisa-Marie

Blauer Hintergrund mit einem weißen Pfeil, der nach rechts zeigt

Die neue Website sieht top aus. Modernes Design, blitzschnelle Ladezeiten, smartes CMS.
Und doch bleibt sie einem guten Teil der Nutzer verschlossen – weil niemand an Barrierefreiheit gedacht hat.

Dieses Szenario ist kein Einzelfall. Immer wieder investieren Unternehmen hohe Summen in digitale Lösungen – und merken erst nach dem Launch:
Die Seite ist ja gar nicht barrierefrei.

Wie kann so etwas passieren?

Ganz einfach: weil digitale Barrierefreiheit oft erst nach dem Kauf zum Thema wird – statt gleich am Anfang, bei der Auswahl von Tools und Agenturen. Und genau dort passieren die folgenschwersten Fehler:

  • Es werden Tools gewählt, die mit Screenreadern und Co. nicht kompatibel sind.
  • Man verlässt sich auf Agenturen, die mit „automatischen Lösungen“ werben – aber Barrierefreiheit nicht wirklich mitdenken.
  • In den Verträgen fehlen konkrete Vereinbarungen zur digitalen Barrierefreiheit.

Das Ergebnis: ein Webauftritt, der technisch modern wirkt – aber Menschen mit Einschränkungen ausschließt. Und dessen Nachbesserung Sie später Zeit, Geld und Nerven kostet.

Damit Ihnen das nicht passiert, bekommen Sie hier einen klaren Fahrplan. Wir verraten Ihnen:

  • die 5 häufigsten Fehler beim Einkauf digitaler Lösungen,
  • 7 Fragen, mit denen Sie Agenturen auf Barrierefreiheit prüfen sowie
  • 5 einfache Tests, mit denen Sie Tools selbst auf ihre digitale Barrierefreiheit checken können

So gestalten Sie Ihren Online-Auftritt von Anfang an inklusiv – und sparen sich teures Nachbessern.

Barrierefreiheit beginnt bei der Auswahl der richtigen Agentur und Tools

Digitale Barrierefreiheit entsteht idealerweise nicht nachträglich unter Zeitdruck, sondern wird von Anfang an mitgeplant – als fixer Bestandteil Ihrer Website, Ihres CMS oder Ihres Onlineshops.
War digitale Barrierefreiheit bisher ein freiwilliger Bonus, wird sie ab Juni 2025 für viele Unternehmen verpflichtend: Das Barrierefreiheitsgesetz (BaFG) betrifft vielleicht auch Sie – und zwar dann, wenn

  • Sie mehr als 10 Mitarbeitende beschäftigen
  • oder Ihr Jahresumsatz über 2 Millionen Euro liegt
  • oder Ihre Website bzw. App eine elektronische Dienstleistung anbietet (z. B. Onlineshop, Reservierungssystem etc.)

Sind Sie betroffen, dann bedenken Sie: Welche Tools Sie heute einkaufen, entscheidet über die Inklusion von morgen.
Achten Sie also schon bei der Vergabe Ihres Auftrags penibel darauf, mit der richtigen Agentur zusammenzuarbeiten und auf die passenden Tools zu setzen.

Damit Ihnen nicht dasselbe wie vielen anderen KMU passiert, zeigen wir Ihnen die fünf häufigsten Fehler bei der Auswahl von Dienstleistern und Tools – und wie Sie sie vermeiden.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Auswahl von Agenturen

Wer bei Agenturen nicht genau hinsieht und sich von allzu gut klingenden Versprechen ködern lässt, kauft schnell die sprichwörtliche Katze im Sack – und zahlt am Ende drauf.
Ihre Alarmglocken sollten schrillen, wenn Ihnen bei einer Agentur auch nur einer der folgenden Punkte auffällt:

Versprechen von automatischen Lösungen
Barrierefreiheit auf Knopfdruck? Klingt verlockend – ist aber meist nichts als heiße Luft. Aussagen wie „Unsere KI macht alles automatisch barrierefrei – schnell und günstig!“ sind selten seriös. Barrierefreiheit ist kein Plugin, sondern ein Prozess, der durchdacht, getestet und laufend betreut werden muss.

Barrierefreiheit wird nicht mitgedacht
Trotz gesetzlicher Vorgaben wird digitale Barrierefreiheit bei manchen Agenturen immer noch stiefmütterlich behandelt. Weder bei den eingesetzten Tools noch im Design wird darauf geachtet. Das böse Erwachen kommt später – für Sie und für all jene, die Ihre Website leider nicht nutzen können.

Oberflächliche Zusagen
„Das passt schon“, „Das machen wir schon irgendwie“ – klingt nett, bringt Ihnen aber gar nichts. Eine Agentur, die Barrierefreiheit ernst meint, liefert Ihnen keine Worthülsen, sondern einen klaren Plan: Was wird wie umgesetzt? In welchem Zeitrahmen? Und wie wird das überprüft?

Fehlende Einbindung echter Nutzer
Eine barrierefreie Website muss getestet werden – nicht nur technisch, sondern auch praktisch. Wie gut kommt ein Screenreader mit dem Aufbau klar? Ist das Menü logisch, die Sprache verständlich? Antworten darauf bekommen Sie nur, wenn Menschen, die auf digitale Barrierefreiheit angewiesen sind, Ihre Website genau unter die Lupe nehmen.

Unklare oder fehlende Vertragsregelungen
Gute Zusammenarbeit braucht klare Vereinbarungen. Und bei einem Projekt wie einer neuen Website gehören nicht nur Zeitrahmen und Kosten in den Vertrag – sondern auch konkrete Vorgaben zur Barrierefreiheit. Was genau wird umgesetzt? Nach welchen Standards? Wie wird dokumentiert und überprüft?
Alles, was nicht vertraglich festgelegt wurde, kann später teuer werden.
Tipp: Im letzten Abschnitt dieses Artikels erfahren Sie, auf welche Klauseln Sie bei der Vertragsgestaltung unbedingt bestehen sollten.

Entlarvt: wie du Barrieren auf Anhieb erkennst

Die häufigsten Fehler, die zu Websites voller Barrieren führen, kennen Sie jetzt – aber wie vermeiden Sie sie? Ganz einfach: indem Sie von Anfang an die richtigen Fragen stellen.

Puhhh, denken Sie sich – Technikexperte bin ich ja nun wirklich nicht. Müssen Sie auch nicht sein, keine Sorge. Wir haben für Sie eine praktische Checkliste zusammengestellt, mit der Sie Tools ganz einfach selbst auf ihre Barrierefreiheit testen können.

Sie möchten lieber eine Agentur beauftragen? Dann helfen Ihnen unsere sieben Fragen, mit denen Sie Anbieter auf Herz und Nieren prüfen – und sicherstellen, dass Sie nicht in eine Website voller Barrieren investieren.

7 Fragen, die du Agenturen stellen solltest – und die Antworten, die du hören möchtest

Diese Antwort wollen Sie hören:
Klar, wir haben mehrere Projekte dokumentiert – darunter Shops, Infoseiten und Apps, die wir gezielt barrierefrei entwickelt oder überarbeitet haben. Ganz konkret konnten wir beispielsweise bei einem Projekt die Verweildauer um 30 % steigern, nachdem wir die Inhalte besser für Screenreader strukturiert haben.

Diese Antwort wollen Sie hören:
Ja, wir holen Feedback von Menschen ein, die zum Beispiel blind sind oder motorische Einschränkungen haben – und täglich mit Screenreader, Sprachausgabe oder ausschließlich per Tastatur navigieren. So erkennen wir echte Barrieren – nicht nur theoretische.

Diese Antwort wollen Sie hören:
Ja – Sie bekommen einen übersichtlichen Audit mit Screenshots, Beispielen und Handlungsempfehlungen nach WCAG. Wir priorisieren die Punkte nach Dringlichkeit und liefern bei Bedarf auch gleich die passenden Code-Snippets zur Umsetzung mit.

Diese Antwort wollen Sie hören:
Standard ist bei uns WCAG 2.1 AA – weil es gesetzlich gefordert ist. Bei sensiblen Anwendungen, z. B. im Gesundheitsbereich, gehen wir einen Schritt weiter und setzen zusätzlich AAA-Kriterien um – zum Beispiel bessere Lesbarkeit und kontrastreiche Gestaltung.

Diese Antwort wollen Sie hören:
Wir haben zum Beispiel bei einem Bildungsportal die Formulare barrierefrei überarbeitet – danach gab’s deutlich mehr Anmeldungen. Außerdem haben wir ein Navigationsmenü so angepasst, dass es auch für Nutzer mit Sehbehinderung klar strukturiert erfassbar ist.

Diese Antwort wollen Sie hören:
Wir kennen die Schwächen vieler Page Builder und prüfen jedes Plugin, bevor wir es einsetzen. Wenn nötig, passen wir Code oder Templates individuell an – damit Tastatursteuerung, Fokusführung und HTML-Struktur barrierefrei funktionieren.

Diese Antwort wollen Sie hören:
Barrierefreiheit ist keine Momentaufnahme, sondern ein Prozess. Wir sorgen nicht nur für eine Umsetzung nach WCAG 2.1 AA, sondern unterstützen Sie auch bei der gesetzlich vorgeschriebenen Accessibility-Erklärung – inklusive Status, Ausnahmen und Feedback-Möglichkeiten. Zusätzlich bieten wir regelmäßige Nachtests und Updates an.

5 einfache Tests für die Bewertung von Tools

Als Faustregel bei der Wahl der richtigen Tools gilt: Nicht nur der Funktionsumfang zählt. Entscheidend ist, ob die Oberfläche auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar ist. Wir haben fünf einfach durchzuführende Tests für Sie zusammengestellt – damit Sie mit wenigen Klicks herausfinden, ob ein Tool Ihren Ansprüchen genügt.

Navigieren Sie ausschließlich mit der Tabulatortaste. Werden Buttons und Links logisch angesprungen? Ist der Fokus sichtbar?

Nutzen Sie z. B. NVDA (Windows) oder VoiceOver (Mac) und lassen Sie sich die Inhalte vorlesen. Wirkt die Seite strukturiert – oder klingt alles wie ein Durcheinander?

Mit Tools wie dem Colour Contrast Analyzer können Sie prüfen, ob Texte genug Kontrast zum Hintergrund haben.

Rufen Sie Ihre Website auf verschiedenen Geräten auf – Smartphone, Tablet, Desktop. Bleiben Layout und Funktionen zugänglich?

Senden Sie auf Ihrer Website ein unvollständiges Formular ab – sind die darauf folgenden Fehlermeldungen verständlich? Und vor allem: Werden sie auch von Screenreadern erkannt?

Fazit: wenn ein Tool bei einem dieser Tests Probleme bereitet: Finger weg. Denn was für Sie als Testperson schon nicht funktioniert, wird für Nutzer mit Einschränkungen zur digitalen Sackgasse.

Barrierefreiheit vertraglich absichern – die wichtigsten Vertragsklauseln auf einen Blick

Sie haben bei der Agentur ein gutes Gefühl und die Tools wirken vielversprechend? Perfekt. Dann wird’s jetzt ernst – vertraglich. Denn ohne verbindliche schriftliche Vereinbarungen wird’s schnell teuer, wenn die Website am Ende doch nicht barrierefrei ist.

Damit Sie auch erhalten, was Ihnen zugesagt wurde, gehören diese Punkte unbedingt in den Vertrag:

  • Accessibility als fester Leistungsbestandteil
    Barrierefreiheit gehört nicht ins Kleingedruckte. Halten Sie klar fest, was geliefert werden soll – technisch, gestalterisch und inhaltlich.
  • WCAG-Niveau definieren (z. B. 2.1 AA)
    Kein Raum für Interpretationen: Legen Sie das gewünschte Konformitätslevel schwarz auf weiß fest.
  • Audit-Bericht einfordern
    Verlangen Sie einen übersichtlichen Prüfbericht mit konkreten Empfehlungen – damit Sie wissen, was Sache ist und wo eventuell nachgebessert werden muss.
  • Tests mit echten Nutzern vereinbaren
    Lassen Sie Menschen testen, die Barrierefreiheit im Alltag wirklich brauchen. Nur so finden Sie heraus, ob Ihre Website auch in der Praxis überzeugt.
  • Monitoring & Updates zusichern lassen
    Barrierefreiheit ist kein Einmal-Projekt. Legen Sie vertraglich fest, dass auch nach dem Launch regelmäßig geprüft und nachjustiert wird.

Fazit: Barrierefreiheit ist eine Frage der richtigen Entscheidungen – von Beginn an

Barrierefreiheit beginnt nicht mit dem ersten Klick auf Ihrer Website, sondern viel früher – nämlich bei der Auswahl Ihrer Partner und Tools. Wer hier klug entscheidet, spart sich nicht nur teure Nachbesserungen, sondern sorgt von Anfang an für echte Inklusion.

Was zählt? Die richtigen Fragen – von der ersten Agenturanfrage bis zur technischen Umsetzung. Tools sollten Sie nicht nach Glanz und Oberfläche beurteilen, sondern danach, ob sie per Tastatur bedienbar, für Screenreader lesbar sind und eine klare Struktur bieten.

Und was, wenn alles gut aussieht? Dann werden Sie verbindlich. Halten Sie in einem Vertrag fest, was Sie erwarten – von WCAG-Niveau über Testverfahren bis hin zu laufender Betreuung. Denn ein gutes Bauchgefühl ist schön – ein sauber formulierter Vertrag ist besser.

Fragen Sie kritisch. Testen Sie gründlich. Vereinbaren Sie klar.
So wird aus Ihrem digitalen Auftritt ein inklusives Angebot, das wirklich alle erreicht – und bei dem Sie garantiert keine Barrieren einkaufen.

Bereit für Ihre digitale Barrierefreiheit? Wir von digital now helfen Ihnen mit Freuden und viel Know-how bei der Umsetzung!

Lassen Sie uns loslegen – gemeinsam
Heiner und Lisa - digital now markting

Lisa-Marie Taitl

Ich bin Expertin für barrierefreie Webseiten und habe 2021 die Zertifizierung zum Accessibility Expert bei der Incite abgeschlossen. Seitdem habe ich viele Webseiten auf Barrierefreiheit geprüft und selbst gestaltet. Ich bin deine Ansprechpartnerin für Design, Layout, Accessibility, Kampagnen, Ads und Social Media. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass deine Webseite funktioniert und für alle zugänglich ist!